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Tipps zur Werkstattplanung
Garage, Keller, Hobbyraum: Welcher Raum eignet sich am besten für die Heimwerkstatt?
Bevor wir uns mit der Einrichtung deiner Werkstatt zu Hause befassen, solltest du den geeigneten Raum dafür finden.
Stehen dir mehrere Räume zur Auswahl, wähle am besten den größten. Denn Platz ist erfahrungsgemäß in jeder Werkstatt knapp – und entscheidet letztendlich darüber, wie gut du deine Werkstatt ausstatten kannst.

Letztendlich ist aber auch maßgeblich, welche Arbeiten du in deiner Werkstatt durchführen möchtest:
  • Holzarbeiten:
    Wenn du ab und zu Bretter oder Latten zurechtschneiden willst, sollte deine Heimwerkstatt möglichst nicht kleiner als 3×3 Meter sein, damit du Holzbretter mit einer Länge von 2 Metern bequem bewegen kannst. Allerdings sind für Holzarbeiten oft auch größere Maschinen nötig. Willst du beispielsweise Bretter durch die Hobelmaschine führen, braucht deine Werkstatt eine Länge von mindestens 5 Metern.
  • Löt- und Bastelarbeiten:
    Hier reicht eine Raumgröße, die einen Werktisch mit Platz für das Werkzeug unterbringt.
  • Kfz-Arbeiten:
    Wenn du an deinem Motorrad herumschrauben willst, reicht eine normale Garage. Zum Schrauben am Auto brauchst du schon mehr Platz, nämlich die Maße des Autos zzgl. mindestens 1 Meter Arbeitsbereich rund um das Auto. Für eine Hebebühne muss man normalerweise ein Betonfundament von mindestens 3×3 Metern einplanen und braucht dann eine Garagenhöhe von 3 bis 4 Metern. Alternativ kannst du die Garage für eine Werkstattgrube unterkellern.
  • Auch wichtig:
    Eine gute Isolierung, Wasser- und Stromanschlüsse und mindestens ein Fenster. Licht kannst du zwar auch elektrisch erhalten, aber bei Malerarbeiten oder beim Umgang mit Chemikalien brauchst du eine Möglichkeit, den Raum gut zu lüften.
Welche Anschlüsse braucht eine Heimwerkstatt?
Wer viel und regelmäßig in seiner Werkstatt zu Hause arbeiten möchte, sollte bereits bei der Planung an die nötigen Anschlüsse denken.
Klar, kann man auch Verlängerungsschnüre durchs ganze Haus legen, aber auf lange Sicht erleichterst du dir mit den folgenden Anschlüssen die Arbeit in der Werkstatt ganz erheblich:
  • Für die meisten Arbeiten reichen normale 220-Volt-Steckdosen, von denen mehrere gut im Raum verteilt sein sollten.
  • Einige Geräte brauchen einen Starkstromanschluss, das gilt zum Beispiel für eine Holzwerkstatt.
  • Auch ein Kaltwasseranschluss kann sinnvoll sein, vor allem um Werkzeug und Hände zu waschen, Pinsel zu reinigen oder den Fahrradschlauch zu flicken, ohne das Bad oder die Küche dreckig zu machen. Und mit einem Durchlauferhitzer machst du daraus ganz einfach einen Warmwasseranschluss.
Tipps und Tricks für eine nachhaltige Ordnung in der Heimwerkstatt
Ordnung in die Heimwerkstatt zu bringen, ist in jeder Werkstatt ein großes Thema. Wie lässt sich die Werkstatt am besten sortieren und organisieren – und wie lässt sich die Werkstatt-Ordnung dann auf lange Sicht halten?
Wir haben da einige Vorschläge:

Ordnungsliebende Werkstatteinrichtung:
  • Schubladeneinlagen
  • Boxen für Kleinteile im Regal
  • Lochwand mit Haken und Magnetstreifen für Kleinwerkzeuge
  • Rollwagen für Werkzeuge und Kleinteile
Werkzeuge und Arbeitsmaterialien sortieren:
  • Nach Thema: Fahrrad, Auto, Holz …
  • Nach Werkzeugart: Maulschlüssel, Hämmer, Schraubendreher, elektrische Werkzeuge
  • Nach Größe: Kleinteile in Boxen im Regal, große Dinge an die Wandhalterung
  • Ablagemöglichkeit für Sachen, die noch nicht fertig sind, z.B. noch trocknen müssen
Weitere Ideen für Ordnung in der Werkstatt:
  • Gib jedem Werkzeug seinen festen Platz: Häufig benutzte Sachen in der Nähe des Arbeitsplatzes, weniger benutzte weiter weg.
  • Beschrifte die Schubladen: Erspart dir langes Suchen, und alles kommt zurück an seinen Platz.
  • Zeichne mit einem Marker die Umrisse der einzelnen Werkzeuge an ihrem Platz an der (Loch-) Wand nach. So weißt du immer, was wohin gehört.
  • Hänge Arbeitsmaterialien nach Gebrauch gleich wieder zurück.
  • Zu guter Letzt: Die Werkstatt regelmäßig aufzuräumen, hilft dabei, das große Chaos zu vermeiden.
Sicherheit in der Heimwerkstatt
Praktisch eingerichtet soll sie sein, funktional und durchdacht.
Was aber auch nicht außer Acht gelassen werden darf, ist das Thema Sicherheit in der Heimwerkstatt. Das fängt bei der Werkstatteinrichtung an, geht bei schützender Arbeitskleidung weiter und sollte auch beim Durchführen der verschiedenen Arbeiten immer berücksichtigt werden.

Sichere Ausstattung der Werkstatt:
  • Regale und Werkbänke an der Wand befestigen
  • Erste-Hilfe-Kasten und Feuerlöscher in greifbarer Nähe
  • Gute Beleuchtung
  • Abschließbare Schränke/Wägen für Gefahrenstoffe und scharfe Gegenstände
  • Stromkabel sicher verlegen
  • Regale mit notwendiger Traglast
  • Sicherheitsgeprüfte Leiter mit sicherem Stand
Arbeitskleidung und Arbeitsschutz:
  • Der Arbeit angepasste Arbeitskleidung, z.B. hitzebeständige Arbeitshose zum Schweißen
  • Arbeitsbrille gegen Verblendung, Staub, Späne und Funken
  • Arbeitsschuhe mit Stahlkappe und rutschhemmender sowie schnittfester Sohle
  • Atemschutzmaske zum Schutz vor Staub, Ozon oder Rauch
  • Arbeitshandschuhe zum Schutz vor Schnitten, Rissen und Blasen.
    Aber Achtung:
    Beim Einsatz von Handmaschinen mit rotierenden Werkzeugen keine Schutzhandschuhe tragen, da diese in das Gerät hineingezogen werden können!
  • Gehörschutz gegen Lärm beim Schleifen oder Fräsen
Während der Arbeit:
  • Scharfe und spitze Werkzeuge nach Benutzung gleich sicher verpacken
  • Ausgelaufene Flüssigkeiten, Fett und Öl auf dem Boden gleich entfernen – Rutschgefahr
  • Für eine sichere Verwendung die Bedienungsanleitung der Werkzeuge studieren
  • Vor Benutzung der Werkzeuge prüfen, ob diese in Ordnung sind
  • Sicheres Arbeiten braucht ausreichend Platz
  • Maschinen immer mit beiden Händen festhalten
  • Lange Haare zusammenbinden
  • Werkstücke immer fest einspannen und gegen Lageveränderung sichern
  • Maschine vor Werkzeugwechsel nicht nur abschalten, sondern stets vom Strom nehmen
Ergonomie in der Heimwerkstatt
Als Heimwerker verbringen wir viele Stunden in unserer Heimwerkstatt. Grund genug, auch hier auf eine ergonomische Einrichtung zu achten.
Ziel der Ergonomie in der Hobbywerkstatt ist es, die Arbeitsabläufe und die Anordnung der benötigten Werkzeuge räumlich so optimiert anzuordnen, dass die Arbeit möglichst wenig anstrengt:
  • Platziere schwere Sachen wie den Schraubstock so, dass du sie gut erreichst und nicht verschieben oder gar heben musst. Ein Tisch mit feststellbaren Rollen oder ein Werkstattwagen können auch eine Lösung sein.
  • Plane beim Einrichten deiner Werkstatt ausreichend Arbeitsfläche ein, sowohl zum Arbeiten selbst als auch für das Werkstück.
  • Beachte das Verhältnis Arbeitshöhe und Körpergröße. Idealerweise ist die Höhe der Arbeitsfläche verstellbar.
  • Es entlastet deinen Körper, wenn du beim Arbeiten die Position wechseln kannst und sowohl im Stehen als auch im Sitzen arbeiten kannst:
    • Für Feinarbeiten wie Zeichnen oder Löten eignet sich am besten ein Tisch, an dem man die Ellenbogen bequem ablegen kann.
    • Für Arbeiten mit mittlerem Kraftaufwand wie Feilen oder der Zusammenbau von kleineren Stücken eignet sich am besten eine Arbeitsplatte, die ca. 10 bis 15 cm tiefer als Ellenbogenhöhe im Stehen ist.
    • Arbeiten mit einem hohen Kraftaufwand wie Hobeln oder Sägen sollten auf einer Höhe von ca. 40 cm unter Ellenbogenhöhe verrichtet werden. Diese Körperhaltung ist zwar auf Dauer nicht gesund, aber die einzige Möglichkeit, die benötigte Kraft aufzubringen.
Gefahrstoffe in der Heimwerkstatt lagern
Jeder, der sie in seiner Werkstatt nutzt, muss gefährliche Stoffe sachgemäß lagern.
Zu erkennen sind Gefahrstoffe an ihrer orangenfarbenen Kennzeichnung, die sie als explosionsgefährlich, brandfördernd, hochentzündlich, giftig, gesundheitsschädlich, ätzend, umweltgefährlich u.a. kennzeichnen.

Eine nicht sachgemäße Lagerung von Gefahrstoffen bedeutet mehr als nur ein Verstoß gegen rechtliche Vorschriften: Die Gefahr von Brand und Explosion, von Gewässer- und Bodenverunreinigungen oder im schlimmsten Fall von Personenschäden ist viel gravierender und muss mit einer sicheren Aufbewahrung und einem sicheren Umgang von vornherein gebannt werden:
  • Gefahrstoffe nur in einem abschließbaren Umweltschrank aufbewahren. Sollte es zu einem Leck kommen, sind diese Schränke mit einer Auffangwanne ausgestattet.
  • Gefahrstoffe immer in speziellen Flaschen oder Kanistern aufbewahren.
    Auf keinen Fall in Lebensmittelflaschen oder -gläser füllen, da die Gefahr einer Verwechslung extrem groß ist. Auch eine plakative Beschriftung reicht hier nicht, da oft nur die Form der Flasche wahrgenommen wird.
  • Brennbare Flüssigkeiten immer in bruchsicheren Behältern aufbewahren und nur in möglichst kleinen Mengen einsetzen.
  • Treibstoffe ausschließlich in abschließbaren Schränken aufbewahren.
  • Benzin in lackierten oder verzinkten Stahlwannen lagern.
  • Laugen mit einem pH-Wert über 8 gehören in Polyethylenwannen.
Kein Fenster? So kommt Licht in deine Werkstatt!
Detailreiche Pläne zeichnen, genau Maß nehmen, Bohrlöcher markieren: Für die meisten Arbeiten in deiner Werkstatt zu Hause brauchst du eine gute Sicht – und dafür brauchst du viel Licht.
Am besten ist selbstredend Tageslicht, aber da viele die Werkstatt zu Hause im Keller unterbringen, ist natürliches Licht hier Mangelware, und wir müssen zu den elektrischen Alternativen greifen:
  • Kalte LED-Beleuchtung mit mindestens 4.000 K, gern auch bis zu 5.000 K und mehr, eignet sich für eine Werkstatt am besten.
    Kaltes Licht erscheint nämlich heller als warmes – und zu hell kann es in der Werkstatt nie sein.
  • Ein guter Ersatz für Tageslicht sind LED-Tageslichtlampen.
    Im Idealfall haben die sparsamen LED-Lampen mindestens 5300 K. Das bläuliche, helle Licht bietet eine optimale Sicht, wirkt außerdem anregend und fördert die Konzentration.
  • Unverzichtbar sind Unterbauleuchten an der Unterseite der Hängeschränke, die für eine optimale Sicht sorgen, wenn du an Deiner Werkbank arbeitest.
  • Weitere Must-haves für die Heimwerkstatt: mobile Werkstattleuchten, mit denen sich schwer erreichbare Stellen ausleuchten lassen.
Welche Werkstatt passt zu dir?
Ob du deine eigenen DIY-Projekte umsetzt oder deine eigene Autowerkstatt planst: Bei uns findest du - ob als Gelegenheitsbastler oder als leidenschaftlicher Heimwerker - die ideale Grundaustattung, um deine Werkstatt im Keller oder in der Garage einzurichten.
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